LinkpfeilUngarndeutsche - Hauptseite
Fahnemagyarul / auf Ungarisch

Die Schwäbische Türkei

Die Schwäbische Türkei ist die größte deutsche Sprachinsel im heutigen Ungarn. Sie umfaßt den deutschen Siedlungsboden im südlichen Teil der Donau-Drau-Platte, in den Komitaten Tolna (Tolnau), Baranya (Branau) und Somogy (Schomodei). Er gehörte im 18. Jahrhundert im wesentlichen zum Bistum Fünfkirchen. Der kulturgeschichtlich wertende Name, der auf die Türkenherrschaft des 16. und 17. Jahrhunderts und die darauf folgende schwäbische Kolonisation hinweist, taucht zum ersten Mal um 1840 auf. Dieser Ausdruck wurde erst im 18. Jahrhundert von ungarischer Seite geprägt, bezeichnete aber ursprünglich nur ein Teilgebiet in der unteren Branau. Nach dem Ersten Weltkrieg haben dann die Deutschen selbst das gesamte Volksinselgebiet mit seinen 200000-250000 deutschen Menschen auf etwa 37000 Quadratkilometern so bezeichnet.

Alle Ungarndeutschen, sogar alle Südostdeutschen in der neuzeitlichen Deutschtumsgebieten gehören zur Familie der Donauschwaben. Sie wurden alle "Schwaben" genannt, wenn sie auch nicht immer echte Schwaben waren. Die Schwäbische Türkei zeigt ein eigenartiges Bevölkerungsgemisch, das die südwestdeutschen Auswanderungsgebiete wiederspiegelt. Neben Madjaren, Slowaken, Kroaten und Raizen finden wir hier Pfälzer, Mainfranken, Heidebauern, Hessen, Westerwälder, Fuldaer, Schwaben, Ostfranken und Bayern. Sie haben größtenteils auch ihre Mundarten gut erhalten.


Karte (20 kb)